Fröhlicher Dienst am ernsten Ort

Heide – Als 18-Jähriger fing er auf dem Friedhof an, ein blutjunger Kerl, der noch gar nicht recht wusste, wohin der Lebensweg gehen sollte. Inzwischen sind 30 Jahre ins Land gegangen, und Thorsten Schröder arbeitet immer noch auf dem Friedhof. Und nicht nur das: Er tut es auch noch gerne.

Zum dreißigsten Dienstjubiläum gratulierten nicht nur sein Chef, Friedhofsverwalter Ralph Kruse, sondern auch Kirchengemeinderats-Vorsitzende Sonja Keck, Pastorin Astrid Buchin und die Kollegen. „Ich hab hier damals als ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) angefangen“, erzählt er. Er hatte nach einem Orientierungsjahr im Jugendaufbau-Werk die Chance erhalten, hier zunächst für ein Jahr Beschäftigung zu finden: Es mussten Waldflächen für den zu klein gewordenen Südfriedhof abgeholzt werden. Während der kleinen Feierstunde in der Friedhofsverwaltung schüttelten er und Ralph Kruse immer wieder staunend den Kopf: In diesen drei Jahrzehnten hat sich so unheimlich viel verändert! Inzwischen kämpft der Friedhof mit zu vielen Freiflächen, Verstorbene werden nur noch zu einem Fünftel als Erdbestattung zur letzten Ruhe gebettet, der Anteil der Urnengräber nimmt zu. Auch die Arbeit hat sich verändert: Wurden damals die Gräber noch mit Schaufel und Spaten von Hand ausgehoben, stehen jetzt Minibagger und Radlader zur Verfügung.

Thorsten Schröder wird inzwischen auch auf dem Züthpen-Friedhof eingesetzt. „Drei Mal hab ich es erlebt, dass wir vier Erdbestattungen an einem Tag hatten“, sagt er. An diesen Tagen sah man ihn zwischen den Friedhöfen auf dem Fahrrad hin- und her sausen. Oft müssen Kruse und Schröder lachen, wenn sie erzählen. Aber es ist eben auch ein sehr ernster Job: Besonders das Ausheben von Kindergräbern macht den Profis zu schaffen, manches Schicksal geht ihnen nah. „Ich mag die Arbeit mit den Menschen“, sagt Thorsten Schröder, der bei der Grabpflege ja auch immer wieder Kontakt mit den Trauernden hat. Abwechslungsreich sei der Job, und das Arbeiten an frischen Luft gefalle ihm auch.

Dann stehen ja 30 weiteren Jahren nichts im Weg, könnte man meinen. Aber das ist dann doch zu viel, die Arbeit ist immer noch körperlich schwer, und irgendwann ist auch mal gut. Aber jetzt noch nicht. Gerade ist der passionierte Angelfreund zum zweiten Mal Vater geworden, die Arbeit im Team macht Spaß, mit dem Chef klappt es auch. Das kann noch gut ein paar Jahre weitergehen, zumindest bis zur Rente.

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